Schneehuhn, Kaunertal, September 2026
Diesmal kein Sechs-Uhr-Wecker. Erst um neun ging es los. Ziel war wieder einmal das Gebiet rund um die Nasserein Alm. Strahlend blauer Himmel und schon deutlich herbstlich: die Luft schon spürbar kühler und die Vegetation färbt sich langsam herbstlich, auch wenn die Lärchen noch grün sind. Die Murmeltiere sind auch noch unterwegs. Aber nicht mehr lange, in ein paar Wochen ziehen sie sich für den Winter unter die Erde zurück.
Im Hinterkopf hatte ich weiterhin die Geier. Die Gänsegeier der letzten Wochen sind vor Kurzem in Nauders gesichtet worden. Sie werden dann wohl bald wieder Richtung Süden unterwegs sein. Das Bartgeier-Paar war zuletzt wieder in der Nähe des Horsts, daher hoffte ich, sie auch heute wiederzusehen, und eventuell sogar ein gutes Foto zu erwischen. Reine Glückssache.
Beim Aufstieg zu meinem Beobachtungspunkt hatte ich eine kurze, aber tolle Begegnung, leider ohne Foto: eine junge Kreuzotter lag vor mir auf dem Weg. Kreuzottern bringen ihre Jungen zwischen August und Oktober lebend zur Welt, die hier war also ganz frisch, vermutlich maximal 25 cm lang, und sie sah wirklich winzig aus. Bevor ich ein Foto machen konnte, war sie schon wieder zwischen den Stauden und Steinen verschwunden. Ein Foto einer jungen Kreuzotter: das wäre ein Ziel für nächstes Jahr.
Ein Foto einer jungen Kreuzotter: das wäre ein Ziel für nächstes Jahr.
Oben im Blockwerk, ganz in der Nähe meines Aussichtspunkts für die Bartgeier, dann noch etwas Nennenswertes: zwei Gruppen Alpenschneehühner, insgesamt ca. 10–15 Vögel. Das Sommerkleid noch deutlich zu erkennen, mit hervorragender Tarnung, der Übergang zum weißen Winterkleid beginnt typischerweise Mitte Oktober.
Eine der beiden Gruppen wirkte sehr nervös. Oft fliegen die Schneehühner nur wenige Meter hinter eine Geländekante. Diese Gruppe ist fast einen Kilometer talauswärts geflogen.
Bilanz: Eine junge Kreuzotter, leider ohne Foto, Murmeltiere, Gämsen und Schneehühner. Dieses Mal leider keine Geier. Die Tour war diesmal nur kurz, dafür aber erlebnisreich und ich konnte sogar ein paar brauchbare Schneehuhn-Fotos mitnehmen. Mit den Bartgeiern hab ich vielleicht nächstes Mal wieder Glück.